Deutscher Weißwein: Absatzplus in Skandinavien

7. September 2020

Die Alkoholmonopole aus Norwegen, Finnland und Schweden berichten von stark wachsenden Weinabsätzen im ersten Halbjahr 2020, nachdem sich die Weineinkäufe wegen der coronabedingt geschlossenen Gastronomie stärker in den Handel verlagert haben. Von dieser Entwicklung haben die deutschen Weißweine überdurchschnittlich profitiert.


wein-allgemein.pngGroßes Absatzplus im Weißweinsektor

Dies wurde besonders in Finnland deutlich, wo sich die positive Absatzentwicklung deutscher Weißweine seit Beginn des Jahres coronabedingt noch einmal verstärkt hat und das Absatzplus mit 38 Prozent doppelt so hoch war wie im gesamten Weißweinsektor (plus 19 Prozent).

Noch kräftiger, nämlich um 42,6 Prozent, stiegen die Weißweinverkäufe im ersten Halbjahr in Norwegen. Und auch hier legten die Weißweine aus den deutschen Regionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 45,5 Prozent überdurchschnittlich stark zu.

In Schweden bewegte sich der Absatzzuwachs deutscher Weißweine auf dem Niveau des Gesamtabsatzes von Weißwein in Höhe von rund zehn Prozent. Damit kommen Riesling und Co. in Schweden mittlerweile auf einen Marktanteil von 10,2 Prozent, in Finnland stieg er auf 19 Prozent und in Norwegen sogar auf 27,6 Prozent, ein weltweiter Spitzenwert.

Rotweine und Rosés legen in Norwegen zu

Ebenso erfreulich ist der Zugewinn deutscher Rotweine und Rosés in Norwegen. Beide Weinarten sind zwar noch relativ unbekannt, dennoch hat sich der Absatz deutscher Rotweine – wenn auch von einem niedrigen Niveau ausgehend – verdoppelt (plus 103 Prozent) und Roséweine deutscher Herkunft legten sogar um 137 Prozent zu. Auch in Schweden wuchs deutscher Rotwein um 22,7 Prozent, im Vergleich zu einem Plus von sieben Prozent beim gesamte Rotweinverkauf.

Neben der Verlagerung des Weinkonsums aus der Gastronomie in den privaten Bereich hat sich in Skandinavien auch der Trend zum Urlaub im eigenen Land positiv auf den Weinabsatz im Handel ausgewirkt. In Norwegen kamen noch verstärkte Einkäufe an den Grenzen und im zollfreien Sektor hinzu.

Erfolgreiche Marketingaktivitäten

Das Deutsche Weininstitut (DWI) legt schon seit vielen Jahren einen besonderen Fokus auf die nordischen Länder, von denen lediglich Dänemark kein Alkoholmonopol, sondern einen weitgehend liberalisierten Alkohol- und Weinhandel unterhält. Wertmäßig liegen die deutschen Weinexporte nach Skandinavien mittlerweile auf dem gleichen Niveau wie die Exporte in Deutschlands wichtigsten Auslandsmarkt USA - Tendenz weiter steigend. Dazu erklärt DWI-Geschäftsführerin Monika Reule: „Nachdem unsere Riesling-Botschaft in den skandinavischen Märkten weitgehend angekommen ist, sehen wir dort zwischenzeitlich zunehmende Erfolge in unseren Marketingaktivitäten zur Promotion der weißen Burgundersorten oder des Silvaners sowie ein wachsendes Interesse an deutschen Sekten, Rosés und Rotweinen.“


Quelle: Deutsches Weininstitut GmbH